Die Sportfreunde Lotte setzen ihre Siegesserie in der Fußball-Regionalliga fort. Mit 1:0 (1:0) gewannen sie am Samstag bei Bayer 04 Leverkusen 2 und feierten damit den dritten Sieg in Folge. Mann des Tages war dabei allerdings nicht Bernd Schneider. Der 81-fache Nationalspieler gab zwar nach über elfmonatiger Verletzungspause sein Comeback, viel mehr focussierte sich das Interesse auf Marcus Fischer. Der Winter-Neuzugang erzielte mit seinem zweiten Saisontreffer für Lotte in der 16. Minute das Tor des Tages und ist damit endgültig in der Regionalliga angekommen.
Zunächst aber drehte sich alles um Bernd Schneider. Am 13. April 2008 hatte „Schnix” sein letztes Bundesliga-Spiel absolviert, ehe ihn mehrere Operationen an der Halswirbelsäule immer wieder zurück warfen. „Es ist ein tolles Gefühl. Ich bin überglücklich und fühle mich richtig wohl”, äußerte der Nationalspieler sichtlich bewegt. Zwar war ihm die lange Pause anzumerken, im Verlauf der 90 Minuten – er spielte durch – ließ er aber immer wieder sein Können aufblitzen. „Einfach ein genialer Fußballer, einer der besten in Deutschland. Und sympathisch zudem”, merkte SF-Trainer Maik Walpurgis an.
Wie erwartet brachte er Florian Dondorf für Ugur Biridr in der Startelf. Da auch der Fieber kranke Philip Böwing-Schmalenbrock ersetzt werden musste, wählte der SF-Coach die etwas defensivere Taktik und brachte nicht Fancis Bugri für den Offensivmann sondern Marcel Langenstroer. Der bildete gemeinsam mit Tore Gersch die defensive Mittelfeld-Achse. Dafür rückte Tim Gorschlüter weiter nach vorne.
Mit dieser Marschroute lag Walpurgis richtig. Schließlich war es Langenstroer, der in er 16. Minute Marcus Fischer mit einem geschickten Pass in Szene setzte, die der Mittelstürmer zur 1:0-Führung nutzte. Bis dahin war in der Partie noch gar nichts passiert. Der Vorsprung gab den Sportfreunden die nötige Sicherheit. Sie kontrollierten das Spiel, ohne jedoch selbst große Gefahr vor dem Leverkusener Tor zu erzeugen. Allerdings ließen sie auch vor dem eigenen Gehäuse nichts anbrennen.
Um ein Haar wäre Marcel Langenstroer der Mann des Tages geworden. Sein Schuss aus 20 Metern in der 64. Minute zischte jedoch hauchdünn am Winkel vorbei. In der 76. Minute zirkelte er eine Maßflanke auf Flo Dondorf, dessen Direktabnahme sein Ziel aber knapp verfehlte. In der 82. Minute hätte Fischer für die Entscheidung sorgen können, als er frei vor Bayer-Keeper Domschke auftauchte, der aber mit einem Reflex klärte. Auch wenn in der Schlussphase die Hausherren mächtig drückten, brachten die Sportfreunde den Vorsprung über die Zeit und entführten letztlich verdient alle drei Punkte.
Und was machte Ex-Nationalspieler Bernd Schneider? Er hätte zum Held werden können, doch einen seiner unnachahmlichen Freistöße setzte er in der 90. Minute um Zentimeter neben den Kasten von Andre Poggenborg.
Bayer Leverkusen 2: Domaschke; Petersch, Schultens, Happe, K. Arslan, B. Schneider, Kratz, Ende (46. Selmani), Schauerte (76. Scholze), Zieba, Hettich (61. Schacken).
SF Lotte: Poggenborg; Brinker, Leimbrink, Schiersand, Lodter, Langenstroer, Gersch (61. Kreuzheck), Beyer (89. Birdir), Gorschlüter, Donforf (77. Piorunek), Fischer.
Tor: 0:1 Fischer (16.).
Von: Alfred Stegemann